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Samu
Kurzgeschichten
Haralds Kurzgeschichten

Samu

geschrieben von Harald Keller

Eine Liebeserkl├Ąrung an meinen Hund von der Nothilfe

Tja Samu, was soll ich sagen, du bist auf der Zielgeraden angekommen, wie lange diese Gerade ist wissen wir beide nicht. Den letzten Weg ├╝ber die Regenbogenbr├╝cke musst du dann alleine gehen, ÔÇŽÔÇŽ.den geht letztendlich jeder von uns alleine, aber wovon ich felsenfest ├╝berzeugt bin, einmal dr├╝ben angekommen bist du sicherlich nicht mehr alleine, wir sind dann wieder zusammen, denn die Zeit existiert dort an dem anderen Ort nicht, ÔÇŽ.hat nie existiert, deshalb gibt es auch keinen Anfang oder kein Ende und genau deshalb kannst du dir sicher sein,  dass alle die dich geliebt haben und alle die du liebst dort auf dich warten, auch wenn der ein oder andere noch auf dieser Seite der Br├╝cke steht. Den letzten und gr├Â├čten Liebesbeweis den wir dir geben k├Ânnen ist den richtigen Zeitpunkt zu finden an dem du das kurze St├╝ck alleine ├╝ber die Regenbogenbr├╝cke gehen musst.

Du warst ein K├Ąmpfer und bist es immer noch, du bist ein Sonnenschein und du gehst mit deinem sonnigen und immer freundlichen Wesen sofort bei allen die dich kennen, ganz tief in ihr Herz hinein und einmal dort angekommen l├Ąsst du dich auch nicht mehr vertreiben.  

Ich kann mich noch ganz gut daran erinnern, als ich dich das erste Mal sahÔÇŽ. Mit deiner kaputten Nase, aber mit einem Lachen im Gesicht, da wusste ich: Der oder keiner und die gleichen Gef├╝hle hast du nat├╝rlich auch bei Annette ausgel├Âst.

Aber wie wir Menschen nun mal so sind, wir wollen immer mit dem Verstand entscheiden, also dich erst einmal kennenlernen und danach rational entscheiden, dass ich nicht lache, die Sache war doch schon lange entschieden, einmal in deine Augen geblickt und das war es.

Aber lassen wir den Verstand in dem Glauben er h├Ątte was zu entscheiden, also sind wir eines Tages auf deinem Hof, auf dem du untergebracht warst vorbeigefahren und haben dich besucht. Auch einen gemeinsamen Spaziergang haben wir gemacht, naja es war ja eher so, dass du vorne weg gelaufen bist und wir durften dir folgen, und falls du dich erinnerst: nach der H├Ąlfte der Strecke warst du verschwunden, du bist schon mal vorgelaufen, zu deinem damaligen Zuhause zur├╝ck und das obwohl du von den Huskys nicht gut behandelt wurdest, du wurdest nicht zum Futternapf gelassen, du wurdest vom Wassernapf vertrieben, aber du warst nicht alleine, und das war dir das Wichtigste: Nie mehr alleine zu sein.  

Du bist immer wieder unerm├╝dlich zur├╝ckgekehrt, egal was war.

Endlich, am ersten Weihnachtsfeiertag, war es soweit, wir konnten dich abholen, f├╝r uns war es der l├Ąngste Heilige Abend, denn erst am n├Ąchsten Tag, nachmittags, konnten wir dich holen. In die Vorfreude mischte sich auch etwas Angst, wie w├╝rdest du dich mit Felan verstehen? Wie mit unseren Katzen? Jetzt hie├č die Devise, nur nach vorne schauen und durch. Die Heimfahrt in den Bayerischen Wald wurde eine Belastungsprobe f├╝r uns alle, aber nicht weil du dich nicht ordentlich benommen h├Ąttest, sondern weil du sooooo gestunken hast. Aus jeder deiner Pore hast du einen Geruch verstr├Âmt, der jedem Skunk alle Ehre gemacht h├Ątte. Das war das erste Mal in meinem Leben dass wir an Weihnachten mit ge├Âffneten Fenstern in den Bayerischen Wald ged├╝st sind. Ein bisschen Angst hatten wir schon, dass der Geruch bleibt, aber nach der Futterumstellung war das Ganze sehr schnell Vergangenheit. Mit jedem Tag den du bei uns warst, wurden deine seelischen und k├Ârperlichen Blessuren weniger, nur deine Eigenart, mit den Ohren zu Zucken, auch in Narkose, die ist dir bis heute geblieben. Dies macht dich auch einzigartig, denn du bist der einzige Hund den ich kenne der das macht und das macht dich, obwohl kaum m├Âglich, noch einen Tick liebenswerter. Die folgenden Jahre waren gepr├Ągt von Felan und von dir, von langen Spazierg├Ąngen, von ausgedehnten Winterwanderungen im tiefen Schnee des Bayerischen Waldes, das war deine unbeschwerte Zeit.  Da konntest du die langen Autofahrten genie├čen die unser Alltag mit sich brachte. Auch das war am Anfang eine Unsicherheit, die sich als unbegr├╝ndet herausstellte, du liebst das Autofahren bis heute. Das du gerne Menschen und andere Lebewesen magst stellst du ja bis heute jeden Tag unter Beweis, nat├╝rlich hat das auch unser Zusammenleben mit unseren Katzen enorm vereinfacht. Traurig macht mich die Tatsache, dass du die ersten Lebensjahre vermutlich ohne diesen Kontakt auskommen musstest, denn was man von deinem fr├╝heren Leben wei├č, wurdest du recht einsam gehalten aber ich hoffe du konntest das Defizit in den letzten Jahren nachholen. Fasziniert hat mich die Tatsache dass bei Spazierg├Ąngen jeder sich zuerst dir zuwandte und nicht Felan, obwohl Felan ja, und das wirst du ja auch zugeben, schon eher dem Sch├Ânheitsideal eines Samojeden entspricht.  Wobei Felan es sich erlauben kann Fremden etwas abweisender zu sein, da er niemals in seinen bisherigen Leben die Erfahrungen machen musste die du gemacht hast. Die Zeit mit euch beiden zusammen war einfach super, leider hast du die letzten beiden Jahre doch gesundheitlich so stark abgebaut, dass solche Unternehmungen mit dir nicht mehr m├Âglich sind, schade.  Eine weiche Unterlage vor dem warmen Ofen ist dir lieber, aber vielleicht denkst du gerne an die Zeit zur├╝ck als dein K├Ârper noch so wollte wie du.  Eine gro├če Freude macht mir immer noch wie gut du dich mit Felan verstehst, auch wie sorgsam Felan mit dir umgeht, wie er dir sein Spielzeug ├╝berl├Ąsst, wenn du mal wieder meinst es ihm abnehmen zu m├╝ssen. Genauso sch├Ân ist es wenn Felan gezwungen ist um dich rumzulaufen, weil du dein bequemes Pl├Ątzchen wie ├╝blich mitten im Weg gefunden hast. An eurem Umgang miteinander k├Ânnte sich so mancher Zweibeiner ein Beispiel nehmen.  Es macht uns das Herz schwer mitansehen zu m├╝ssen wie du k├Ârperlich immer mehr abbaust, umso sch├Âner sind dann die kurzen Momente in denen der gesunde Samu kurz aufflackert.  Auch wenn es nicht mehr so deutlich sichtbar ist: DU bist ein toller Hund und DU hast unserem Leben eine Bereicherung gegeben um die wir zu beneiden sind.

Danke daf├╝r!

Die kleine Samojedenseele Samu

geschrieben von Harald Keller

Eine kleine Samojedenseele, ihr Name war SAMU, sa├č auf der anderen Seite der Regenbogenbr├╝cke und langweilte sich soooo sehr.

Alle anderen Seelen die sie kannte hatte sehr viel Spa├č mit ihren Freunden, sie tollten auf der Wiese umher so dass es eine Freude war ihnen zuzusehen. Es waren verschiedene Seelen, Menschenseelen, Hundeseelen und alle anderen Tierseelen waren vertreten. Sehr viele Seelen waren in Gruppen zusammen, andere waren nur zu zweit, manche Gruppen waren gemischt, sehr viele Hundeseelen waren mit Menschenseelen zusammen aber allen gemeinsam war, dass man sehen konnte dass sie untrennbar miteinander verbunden waren.

Es gab nur sehr wenige Seelen die alleine waren und davon waren die meisten noch sehr jung, so wie unsere kleine Samojedenseele SAMU. Die einzelnen Seelen schlossen sich mal der einen oder anderen Gruppe an, da wurden sie auch herzlich aufgenommen, aber sie hatten noch keinen untrennbaren Freund gefunden.

Die jungen Seelen h├Ârten sich die Geschichten an die in den Gruppen die Runde machten, so manch abenteuerliche Erz├Ąhlung war da zu vernehmen, nicht alles was erz├Ąhlt wurde konnten die jungen Seelen glauben, sie h├Ârten von Hass, von Schmerz und vielen grausamen Dingen die den Tieren von den Menschen angetan wurden. Aber sie h├Ârten auch von Liebe und Dankbarkeit, von Zuwendung und Freundschaft. Eine besonders alte Samojedenseele, die untrennbar mit einer Menschseele verbunden war, erz├Ąhlte immer wieder von der wahren Liebe die sie gefunden hatte, sie erz├Ąhlte dass das das sch├Ânste ist was eine Seele erleben kann. Die Menschenseele nickte dazu nur zustimmend und die beiden verschwanden wieder auf der Wiese um gemeinsam herumzutollen zu spielen und all das zu tun was ihnen Freude macht. 

All das vernahm die kleine Samojedenseele SAMU und in ihr wuchs der Wunsch einmal auf die Erde zu kommen um dieses selbst zu erleben. Aus diesem Grund fasste sie den Entschluss, zur weisen Eule zu gehen und diese um Rat zu fragen. Die weise Eule ist diejenige die alles Wissen des Universums in sich vereinigt und die schon da war als es die Erde noch gar nicht gab. Die weise Eule gab es schon vor Anbeginn der Zeit und des Raums, sie vereinigt alles in sich. So also fragte die kleine Samojedenseele SAMU: ÔÇ×Liebe weise Eule, ich m├Âchte so gern einmal das auch erleben von dem was die anderen erz├Ąhlen, wann kann ich den gehen?ÔÇť Die Eule fragte: Was genau suchst du den auf der anderen Seite?ÔÇť da sagte die kleine Samojedenseele SAMU: ÔÇ×Ich suche die wahre LiebeÔÇť die Eule erschrak sich so sehr, dass sie fast vom ihrem Ast gefallen w├Ąre auf dem sie schon seit Anbeginn der Zeit sitzt. Sie sagte zur kleinen Samojedenseele SAMU: ÔÇ×Das ist das gr├Â├čte was es gibt und nur wenigen ist es zuteil die wahre Liebe zu erfahren, und es kann sehr schmerzhaft werden sie zu suchen, also ├╝berlege es dir gut.ÔÇť Die kleine Samojedenseele aber bettelte weiter, ÔÇ×Das ist mein gr├Â├čter Wunsch, bitte schlag ihn mir nicht abÔÇť Die Eule ├╝berlegte lange und sagte dann: ÔÇ× Du bist ein kleiner K├Ąmpfer, das habe ich  sehr wohl schon bemerkt, also bitte gehe und sammele deine Erfahrungen und wenn du gefunden hast was du suchst kehrst du zur├╝ck.ÔÇť Die kleine Samojedenseele war so voller Freude dass sie gar nicht genau hinh├Ârte als die Eule noch einmal sagte: ÔÇ×H├Âr mir sehr genau zu: Wenn du die wahre Liebe gefunden hast, hole ich dich zur├╝ck, so sind hier die Regeln, vergiss dass nie!ÔÇť Die keine Samojedenseele h├╝pfte vor Freude auf und ab, sie k├╝sste und dr├╝cke die anderen Seelen die ihr ├╝ber den Weg liefen und rief jedem zu: ÔÇ×Ich darf auf die andere Seite, ich darf die wahre Liebe suchen, alle Seelen freuten sich mit ihr, w├╝nschten ihr Gl├╝ck, und diejenigen die es auch schon versucht hatten, aber die wahre Liebe nicht gefunden hatten, wischten sich verstohlen eine Tr├Ąne aus dem Auge.

Zur gleichen Zeit lebte auf der Erde in Spanien ein Samojede, dieser Samojede wurde von seinen Menschen, solange er noch klein und knuddelig war, versorgt, aber als er ├Ąlter wurde und seine eigene Pers├Ânlichkeit entwickelte, wurde er auf einer Wochenend-Finca sich selbst ├╝berlassen. Anfangs hoffte er noch dass sich die Menschen um ihn k├╝mmern werden, aber nach einigen Jahren hatte er die Hoffnung aufgegeben, er wollte nur noch weg. Er heulte ununterbrochen und versuchte sich unter den Gitterst├Ąben durchzugraben, die Verletzungen die er sich dabei zuzog waren ihm egal. Als die keine Samojedenseele das sah, bat sie die weise Eule doch die geschundene Seele zu erl├Âsen und ihr den geschundenen K├Ârper zu ├╝berlassen. Denn eins hatte die kleine Samojedenseele schon gelernt, als sie die Menschen von der anderen Seite der Regenbogenbr├╝cke beobachtete, die wahre Liebe wird sie nur finden k├Ânnen wenn es schwierig wird. Denn den Worten der Menschen kann man nicht trauen, sondern nur an dem Tun wird sich herausstellen ob man jemandem vertrauen kann.

Die weise Eule fl├╝sterte einem Mitglied der Samojeden-Nothilfe im Traum zu, dass es einen Samojeden gab der gerettet werden musste und so kam dann unsere kleine Samojedenseele nach Deutschland. Jedem Menschen dem die kleine Samojedenseele begegnete sprang sie freudig entgegen, aber auch jedem anderen Hund brachte sie die gleiche Freundlichkeit entgegen und so musste unsere kleine Samojedenseele lernen, das hier auf der Erde viele Menschen schon so abgestumpft sind, dass sie die wahre Freundlichkeit nicht mehr erkennen. Ebenso erging es unserer kleinen Samojedenseele bei den Hunden, der K├Ârper in dem sie wohnte wurde gebissen, sie wurde vom Futter vertrieben, sie durfte kein Wasser trinken und trotz dieser Ungerechtigkeit blieb unsere keine Samojedenseele wie sie immer war: freundlich, offen und immer mit einem lachenden Gesicht, versuchte sie alle mit ihrer Freundlichkeit anzustecken. 

Leider hat das Aussehen viele Menschen abgeschreckt, diese l├Ądierte Nase, das glanzlose Fell und der Geruch den der K├Ârper unserer kleinen Samojedenseele verstr├Âmte war f├╝r viele so abschreckend so dass sie nie wieder nach der kleinen Samojedenseele fragten. Eines Tages kamen wieder zwei Menschen vorbei die unsere kleine Samojedenseele zum spazieren gehen abholten.  Sie hatten einen eigenen Samojeden dabei, der sich aber nicht f├╝r den anderen Samojeden interessierte, also machte unsere kleine Samojedenseele das was sie immer in solchen F├Ąllen machte, sie ging mit war sehr freundlich, und nach der H├Ąlfte des Spaziergangs ging sie schon mal vor und beachtete die beiden Menschen gar nicht mehr, zu gro├č war inzwischen die Entt├Ąuschung von der Welt, unsere kleine Samojedenseele hatte sich das alles anders vorgestellt. Sie h├Ątte nicht gedacht, dass sie mit diesem K├Ârper, in dem sie steckte f├╝r Menschen so unattraktiv sein konnte, sie hatte viel mehr gehofft dass Menschen nicht soooo sehr auf ├äu├čerlichkeiten fixiert sind.

Der Winter kam, es wurde Weihnachten, f├╝r unsere kleine Samojedenseele war das aber kein Grund aufgeregt zu sein, es war ein Tag wie alle anderen auch. Der erste Weihnachtstag war schon fast vorbei als pl├Âtzlich die beiden Menschen mit ihrem Samojeden auftauchten und da sp├╝rte unsere kleine Samojedenseele die Ver├Ąnderung sofort. SAMU wie unsere kleine Samojedenseele ab sofort genannt wurde war froh denn er sp├╝rte das er von nun an einfach nur geliebt wurde und diese Liebe gab er auch zur├╝ck. Sein sonniges Gem├╝t erfreute alle die ihn kennenlernen durften.

Er freundete sich mit Felan, dem anderen Samojeden an, die beiden wurden richtig dicke Kumpels und sie stellten den Haushalt in der Menschen Familie mit ihren Streichen das ein oder andere mal auf den Kopf. Im Sommer auf der Wiese toben, im Winter durch den Schnee pfl├╝gen, das Leben war einfach nur sch├Ân, Samu wurde geliebt, er wusste das, aber die kleine Samojedenseele in ihm war immer noch auf der Suche nach der wahren Liebe. Die vielen Streicheleinheiten die er immer wieder von allen einforderte genoss er in vollen Z├╝gen, es war die gl├╝cklichste Zeit f├╝r ihn und f├╝r seine Menschen.

Nachts, wenn die Menschen dachten, er l├Ąuft im Schlaf die heute gerannte Strecke nochmals im Traum, war die kleine Samojedenseele in Wirklichkeit zur weisen Eule gelaufen, sie fragte die weise Eule: ÔÇ×Weise Eule, ist das die wahre Liebe?ÔÇť Die weise Eule erwiderte: ÔÇ×Nein, meine kleine Samojedenseele, das ist die Liebe. Daraufhin fragte die kleine Samojedenseele: ÔÇ×Aber wie erkenne ich dann die wahre Liebe?ÔÇť Die Eule ├╝berlegte und erwiderte: ÔÇ×Die wahre Liebe erkennst du daran, wenn die Menschen etwas tun was ihnen sehr gro├če seelische Schmerzen bereitet, aber dir Schmerzen oder Leid erspart.ÔÇť Die kleine Samojedenseele war ratlos, sie wusste nicht was das sein konnte, es war doch alles gut so wie es war, warum sollte jemand Schmerzen erleiden, die kleine Samojedenseele verstand nicht was gemeint war.

Nach einigen Jahren wurde SAMUS K├Ârper, in dem die kleine Samojedenseele steckte immer schw├Ącher, die Beine versagten ihren Dienst, Laufen wurde zur Qual, die Samojedenseele wollte doch so gerne weiter mit Felan durch die Natur streifen, wollte weiter mit Felan die Berge erklimmen, aber es ging nicht mehr. In der Zwischenzeit mussten in mehreren Operationen SAMUS Z├Ąhne entfernt werden und auch sonst  war der K├Ârper in dem die kleine Samojedenseele steckte ziemlich marode. Die kleine Samojedenseele sp├╝rte trotz des k├Ârperlichen Verfalls dass sie immer noch geliebt wird, auch wenn das ein oder andere Malheur passierte, das war den Menschen nicht so wichtig, f├╝r sie war es wichtig dass die kleine Samojedenseele keine Schmerzen erleiden musste.

In dieser Zeit ging die kleine Samojedenseele nachts sehr oft zur weisen Eule und fragte immer wieder nach der wahren Liebe, wurde jedoch immer wieder vertr├Âstet. Die weise Eule wusste ja was passieren w├╝rde, sie hat es immer gewusst und hat es auch schon so oft erlebt, aber immer wieder wurde sie von neuem traurig, in der Gewissheit was nun unweigerlich kommen musste. Die kleine Samojedenseele, die den Verfall des K├Ârpers sp├╝ren konnte, wurde immer verzweifelter, denn es blieb nun nicht mehr viel Zeit die wahre Liebe zu finden. Eine junge Seele, gefangen in einem alten K├Ârper, so hatte sie sich das nicht vorgestellt. Erneut fragte die kleine Samojedenseele bei der weisen Eule nach, aber diese antwortete nur: ÔÇ×Warte jetzt einfach ab, ab sofort gilt es nur noch zu warten.ÔÇť

So ging die kleine Samojedenseele wieder in den K├Ârper von SAMU zur├╝ck, legte sich auf die Decke und wartete einfach nur ab. Die Menschen legten sich zu dem geschundenen K├Ârper und streichelten ihn die ganze Zeit, einen ganzen Nachmittag lang, die kleine Samojedenseele wunderte sich nur warum die Menschen so unendlich traurig waren, es war doch so sch├Ân so gestreichelt zu werden. Pl├Âtzlich ging die T├╝re auf und der Tierarzt kam herein, die kleine Samojedenseele wunderte sich, denn normalerweise fuhren sie mit dem Auto zum Tierarzt und nicht umgekehrt. Die kleine Samojedenseele freute sich den Tierarzt zu sehen, obwohl er ihr schon Schmerzen bereitet hatte, aber das war der kleinen Samojedenseele egal, der Arzt war immer freundlich im Herzen, also war es gut. Der Tierarzt zog eine Spritze auf und dr├╝ckte den Inhalt in eine ihrer Venen. In diesem Moment wurde der kleinen Samojedenseele klar, dass der K├Ârper gleich sterben w├╝rde, gleichzeitig wehrte sie sich verzweifelt dagegen, sie hatte doch die wahre Liebe noch nicht gefunden, sie war so lange auf der Suche gewesen, sollte das alles umsonst gewesen sein, das durfte nicht sein! Sie musste k├Ąmpfen!

Aber es war vergebens, in dem Moment als die keine Samojedenseele aus dem K├Ârper gedr├Ąngt wurde, in dem Moment als die kleine Samojedenseele den K├Ârper verlie├č, ├╝berkam sie eine Woge des Gl├╝cks, sie hatte sie gefunden: Die wahre Liebe! Ein kurzer Moment nur, aber der entsch├Ądigte f├╝r die letzten Jahre des Leids, die Menschen hatten sie aus dem K├Ârper befreit, obwohl sie wussten dass es ihnen sehr gro├če Schmerzen bereiten w├╝rde, obwohl sie wussten dass danach eine gro├če Leere zur├╝ckbleibt, sie hatten es getan um sie, die kleine Samojedenseele aus ihrem Gef├Ąngnis zu befreien! Die einzige Hoffnung der Menschen war, dass sie, die kleine Samojedenseele auf der anderen Seite der Regenbogenbr├╝cke warten w├╝rde, wenn sie selbst einmal diesen Weg gehen mussten.

Was den Menschen blieb war nur die Hoffnung, sie mussten einfach darauf vertrauen, alles richtig gemacht zu haben und am Ende ihre kleine Samojedenseele in die Arme schlie├čen zu k├Ânnen und f├╝r immer vereint zu sein. Die kleine Samojedenseele war einerseits froh als sie auf der anderen Seite der Regenbogenbr├╝cke ankam, hatte sie doch ihr Ziel erreicht, die wahre Liebe zu finden, andererseits war sie aber auch sehr traurig, denn sie hatte die wahre Liebe zwar gefunden, aber gleichzeitig auch wieder verloren und sie konnte ihren Menschen nicht mehr sagen dass sie warten w├╝rde, und was f├╝r die kleine Samojedenseele jenseits der Regenbogenbr├╝cke nur einen Wimperschlag dauert, f├╝r die Menschen auf der Erde aber Jahre bedeuten konnte.

Das einsame Stra├čensplitt-Splitterchenkind

Ein neuzeitliches M├Ąrchen geschrieben von Harald Keller

Es war einmal eine Stra├če die schl├Ąngelte sich durch den tiefen Bayerischen Wald, bergauf bergab durch W├Ąlder und T├Ąler so dass es der Natur eine Freude war. Jahrein Jahraus liegt die Stra├če friedlich und zufrieden in der wundersch├Ânen Landschaft.  Es wird Hebst, der Winter naht und die Stra├če deckt sich mit einem wundersch├Ânen wei├čen Schneekleid zu, um sich von der K├Ąlte zu sch├╝tzen. Die Stra├če bereitet sich nach dem anstrengenden Sommer auf die wohlverdiente Winterruhe vor. Als sie so sch├Ân, dick eingemummelt vor dem Frost, so daliegt passiert was Furchtbares. An einem kalten Dezembertag, am Morgen warÔÇśs als ihre Winterruhe j├Ąh von einem Schneepflug unterbrochen wurde. Der Schneepflug riss ihr das Winterkleid vom Leibe und lie├č die Stra├če spiegelglatt und verletzlich weidwund liegen und fuhr einfach davon ohne sich um den weiteren Zustand der Stra├če zu k├╝mmern. Nun jedoch w├Ąre es die Aufgabe des Schneepflugfahrers gewesen, die Stra├če mit etwas Stra├čensplitt zu bedecken. Jedoch der Mann hatte ein gutes Herz und jedes einzelne der abertausende und abertausende Stra├čensplitt-k├Ârnchen auf seinem Laser war ihm ans Herz gewachsen auf seiner lange Fahrt durch den Bayerischen Wald, so wie einer Mutter ihre Kinder. Deshalb f├Ąllt es ihm sehr schwer ein Stra├čensplitt-Splitterchenkind in den ├Âffentlichen Stra├čenverkehr zu schupsen. Und so kommt es, sollte sich doch einmal ein Stra├čensplitt-Splitterchenkind auf die Stra├če verirrt haben, dass ich anhalte aussteige und das Stra├čensplitt-Splitterchenkind auf die Seite trage, mit Schnee bedecke damit es hier warm und in Sicherheit auf den Fr├╝hling warten kann. Im zeitigen Fr├╝hjahr kommt dann die gute alte Stra├čenkehrmaschine und sammelt alle, im Winter verirrten Stra├čensplitt-Splitterchenkinder, wieder ein.

Dem Stra├čenkehrmaschinenfahrer wird es warm ums Herz, hat er doch nun wieder alle Stra├čensplitt-Splitterchenkinder beisammen die er im Winter als Schneepflugfahrer verloren hatte. Und wenn sie nicht gestorben sind so leben sie noch heute: Das Stra├čensplitt-Splitterchenkind, der Schneepflugfahrer und ich.

Bergdrama am Rachelsee

Reporter: Harald Keller

Teilweise dramatische Szenen spielten sich heute, am Rosenmontag,
am Rachelaufstieg ab. W├Ąhrend eines Fotoshootings kam es durch eine Verkettung ung├╝nstiger Umst├Ąnde zu einem folgenschweren Unfall.  

Ein Pulka-Schlittengespann, mitsamt dem Fahrer Felan S.  kam bei Fotoaufnahmen f├╝r Facebook nach rechts von der Fahrbahn ab, und das  komplette Gespann samt Fahrer  st├╝rzte 10cm in den Hohlweg ab. Der  Schlitten kippte um und kam auf der rechten Seite liegend im tiefen Schnee zum Stehen.  Felan S. gelang es w├Ąhrend der ganzen Schussfahrt nicht sein Gespann samt Ladung wieder aufzurichten, dazu musste dann menschliche Hilfe in Form von Muskelschmalz angefordert werden.  Gemeinsam mit den Eingesetzten Kr├Ąften gelang es, den Schlitten samt seiner wertvollen Ladung, bestehend aus hei├čen Getr├Ąnken, Brotzeit und warmer Kleidung, wieder aufzurichten.  Felan S. unter Schock stehend, lehnte jegliche Verantwortung an dem Unfall ab. ER habe nur auf Anweisung des Regisseurs, Harald K. gehandelt der  von ihm verlangte in diesen Steilhang einzufahren, anzuhalten und nach rechts zu schauen, was dann dazu f├╝hrte, dass sich sein Gespann, aufgrund einer ung├╝nstigen Schwerpunktverteilung der Ladung , nach rechts ├╝ber die vordere Kufe neigte und schlie├člich umkippte.  Ein Sachverst├Ąndiger der zu diesem Unfall hinzugezogen wurde best├Ątigte, dass die Ursache dieses Unfalles vermutlich in einer schlechten Ladungsverteilung in Verbindung mit diesem gewagten Man├Âver, zu suchen sein k├Ânnte. Der Fahrer Felan S. wurde zur Sicherheit vorsorglich mit Leckerlies der guten Sorte an Ort und Stelle behandelt.  Zeitgleich wurde der Regisseur und Verantwortliche an der ganzen Misere Harald K. durch ein zuf├Ąllig anwesendes Festkomitee zu einer Leckerli Strafe von 30 Tagess├Ątzen zu je 10 Leckerli verurteilt die dem Fahrer Felan S. im Laufe der restlichen Faschingssession  zugesteckt werden m├╝ssen.

In diesem Sinne HELAU